Montag, 1. Juli 2013

Neuer Garten


Anfang März, diesen Jahres, hatten wir einen Landschaftsbauer beauftragt unseren Garten neu zu gestalten. Der Hintergrund war, dass unser alter Garten zugewuchert und unschön aussah und wir uns zudem einen pflegeleichteren Garten wünschten.  
Das bedeutete, dass einige Beete komplett entfernt werden mussten und rings um unser Grundstück eine Hainbuchen Hecke gesetzt werden sollte, um eine einheitliche Linie zu schaffen. 
Das waren jedenfalls unsere Vorstellungen, die wir dem Gärtner, bei unserem ersten Rundgang mitteilten.

Insgeheim wünschten wir uns natürlich einen prächtigen Cottage Garden, der zwar zu gewissen Teilen bereits vorhanden war, aber einiger Ausarbeitung bedurfte, um das Bild perfekt zu machen.
Da so ein Garten jedoch immer mit viel Arbeit verbunden ist, behielten wir den Wunsch für uns und bestellten ausdrücklich einen pflegeleichten Garten.


Nachdem alle überflüssigen Bäume und Sträucher gefällt und abtransportiert waren, schlug uns der Gärtner vor, die Beete zu "vergrößern", damit der Garten mehr Tiefe bekommt und einen gewisses Flair versprüht. Dem stimmtem wir sogar zu, allerdings in der Hoffnung, dass die Beete so bepflanzt würden, dass wir möglichst wenig Arbeit damit hätten.


  Aber ganz gegen unsere Erwartungen, haben wir nun üppige Blumenbeete, die förmlich nach Gartenarbeit schreien. 
Doch nicht der Gärtner hat sie so reichlich ausgestattet, sondern wir.
 Die magere Bepflanzung, die hauptsächlich aus unscheinbaren Bodendeckern bestand, hat uns nämlich gar nicht zugesagt.
Nach wenigen Wochen spross bereits überall Unkraut, das man kaum von der gewollten Bepflanzung  unterscheiden konnte. Und da wir nicht zwei Jahre warten wollten, bis die Bodendecker die Lücken in den Beeten geschlossen hatten, füllten wir sie kurzerhand selber mit allen möglichen Blumen auf, die unserer Vorstellung von einem Cottage Garden entsprachen.

 Und wir sind noch nicht fertig. 
 Denn die Unzufriedenheit, über das was wir haben und was wir gerne gehabt hätten, währt eh und je.



 Meine Mutter findet nämlich, das unser Garten  eher wie eine Parkanlage aussieht.
Der verwunschene und teils verwilderte Garten, mit seinen vielen versteckten Ecken und Nischen, existiert nicht mehr. 
Jetzt sind alle Elemente überschaubar und strukturiert und ergänzen sich mit den Bauten, die stehen  geblieben sind. 
Dazu zählen unsere Backstein Terrasse vor dem Haus, sowie die zweite Sitzecke im Garten und der gusseiserne Pavillon, der da "very british", unser Herzstück ist. 
Alles andere ist entweder verschwunden oder neu hinzu gekommen. Nur der alte Birnbaum, den meine Großeltern gepflanzt haben und die riesige Zeder, durften bleiben.
Als Ersatz für die alten Sträucher sind neue Bäume gesetzt worden, die mindestens ein Jahr, diese blöden Stützen tragen müssen, bis sie Wurzeln geschlagen haben.
Bestimmt wird es auch ewig lange dauern, bis die Hecke zugewachsen ist und die störenden Holzzäune verdeckt.


 Nichts desto trotz mag ich den Garten.  Und da gut Ding Weile haben will,  hoffe ich, dass er sich hier und da noch verändern wird. Bestimmt reißen wir im nächsten Jahr einige Pflanzen aus und gestalten die Beete neu, aber die Grundfesten sind nun vorhanden und wir werden nicht mehr an ihnen rütteln ;-)


 Arbeit macht unser neuer Garten trotzdem. So haben wir schon einige Stunden mit Unkrautjähten und der Bewässerung verbracht.
Aber bei schönem Wetter nutzen wir auch unsere Sitzecken. 
Die sehen eindeutig schöner aus als noch vor einem Jahr!
Allein durch die neue Bepflanzung und die fünf Kugelbäume, die zu einer Laube zusammen wachsen, haben wir viel erreicht.


 Hier stimmt fast alles. Die Bepflanzung in dieser Ecke stammt noch aus dem letzten Jahr. Rosen, Lavendel, Buchs und eine Hortensie stehen dicht zusammen und geben dem Unkraut  keine Chance sich breit zu machen ;-)


 So soll es bald in allen Beeten aussehen.


 Das lustige ist, dass wir mit unserem Gärtner, eine Unterhaltung hatten, was einen Cottage Garden überhaupt ausmacht.
 Auf seine Frage hin, ob wir schon einmal in England waren, mussten wir wahrheitsgemäß verneinen.
 Da er aber schon öfter dort war, konnte er uns darüber berichten.  
Als wir ihn fragten, welche Blumen üblicherweise dominieren, meinte er nur:  "Alle, genau wie hier und noch viel mehr. Außerdem haben die keine geraden Beeteinfassungen und keine geraden Mauern. Für deutsche Verhältnisse wäre das undenkbar."

 Da mussten wir etwas schmunzeln. Es ist merkwürdig, welche Vorstellungen wir von den Sitten  und Gebräuchen anderer Länder haben. Häufig sind es nichts weiter als Klischees.
Wir mögen eben das, was wir aus diversen Garten Magazinen kennen, ganz gleich ob es nun "very british" ist oder nicht. Aber man gibt sich halt gerne der Illusion hin, dass man einen Garten mit englischem Flair hat.


Wenn man viele Rosen, Hortensien, Buchs und Lavendel pflanzt, kann man sich diesem Eindruck kaum erwehren. 
Dazu kommen die vielen Steine, die als Beeteinfassung dienen und laut Gärtner in unserem Garten "wachsen".


Für Spielereien haben wir übrigens auch viel übrig. Was in den Beeten keinen Platz mehr findet, kommt ins  Töpfchen und ziert dann wie hier eine gusseiserne Bank.


 Morgen bzw. heute, es ist schon nach 0.00 Uhr ( mist, ich wollte den Post  vor Mitternacht fertig geschrieben haben) fahren wir wieder in die Gärtnerei und besorgen weitere Obstbäume und Sträucher.

Wir brauchen noch einen  Zwetschgen, Pfirsich und Kirschbaum sowie einen schwarzen  Johannisbeerstrauch (passend zum roten). 
Mit Apfelbäumen sind wir bereits reich gesegnet und Himbeeren, Brombeeren und Blaubeeren können wir auch jedes Jahr ernten.
Dafür haben wir in diesem Sommer keine eigenen Erdbeeren mehr ...


   Wenn wir morgen wieder kommen, haben wir garantiert wieder eine neue Rose im Gepäck ;-)


 Ich wünsche euch einen schönen Start in den Juli!


Liebe Grüße
Christina

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