Sonntag, 2. Juni 2013

Unsere Leni


  Das ist Leni.
 Sie ist vor sechs Wochen bei uns eingezogen und seitdem ist nichts mehr so wie es vorher war.
 Andauernd miaut es hinter verschlossenen Türen und Türen die vorher verschlossen waren, müssen nun offen bleiben.
Wenn man glaubt, sie würde gerade schlafen, streicht sie einem plötzlich  um die Beine und sobald man sich hinsetzt, dauert es nicht lange und sie ist wieder da. 

Allein ihre Anwesenheit sorgt für entspannende Gemütlichkeit.
 Sie schenkt uns  für ein paar Minuten ihre Zuneigung und erwartet dafür unendliche Dankbarkeit.
 Das ich hin und wieder arbeiten muss,  ist ihr völlig Schnuppe. Sie glaubt, dass die Wolle nur deswegen zu meinen Füßen liegt, damit sie mit den Fäden spielen kann.
Wenn man mit ihr schimpft, schaut sie einen nur verständnislos an und wenn man versucht ihr die Wolle weg zu nehmen, hat man augenblicklich ihren Jagdinstinkt geweckt.


 Aus dem schnurrenden Kätzchen wird urplötzlich ein wilder Tiger, der die Ohren nach hinten legt, einen Buckel macht und die Krallen ausfährt.
In diesem Moment ist Schluss mit lustig. Leni muss sich austoben und jede Ermahnung  stachelt sie noch weiter an.



 Sie fegt wie ein Wirbelwind durch das Wohnzimmer, krallt sich an den Polstern fest und verschwindet in sekundenschnelle unter den Schränken, bevor man sie zu fassen bekommt.



Dabei haben wir gedacht, dass eine Britisch Kurzhaar Katze eher  für ihre Ausgeglichenheit bekannt ist und weniger für ihren Fünfminuten-Wahnsinn...;-)


 Der Wunsch nach einer Katze ( oder eher gesagt, nach genau so einer Katze) überkam mich im
 März 2012. Beim durchblättern meiner Lieblings Wohnzeitschriften ist mir immer wieder aufgefallen, dass die Bewohner in den englischen Cottages häufig  mit einem Hund oder eine Katze oder beiden  zusammen leben.

 Auf einer Seite entdeckte ich dann ein Bild von einer weißen Katze mit  grauen Flecken und wunderschönen grünen Augen.
Mein Interesse war sofort geweckt und ich suchte im Internet nach weiteren Bildern und Rassestandards der BKH.

Nun gibt es diese Katzen in allen möglichen Farben und es dauerte  eine Weile bis ich herausfand, dass man diese spezielle Färbung colourpoint nennt.  Weil es auch da viele Unterschiede gibt, konnte ich mich anfangs nur an dem Bild dieser einen Katze orientieren.

Es war zudem sehr schwierig  einen Züchter zu finden, der sich auf diesen Typ spezialisiert hatte und ich machte mir kaum Hoffnung je eine solche Katze zu bekommen. 
 Doch kaum ein Jahr später hatte ich Glück. Aus Neugierde suchte ich noch einmal im Web nach Colourpoint Kitten und fand sogleich eine Anzeige, die mein Herz  höher schlagen ließ!


 Da waren vier süße Katzenkinder inseriert, die Ende April ein neues Zuhause suchten.
Obwohl es gerade Sonntag war, nötigte ich meine Mutter dort anzurufen ( normalerweise ruft meine Mutter Sonntags nie irgendwo an - und ich sowieso nicht, auch nicht unter Woche ;-)).

Da noch zwei Kitten frei waren, konnten wir ein paar Tage später vorbei kommen ( auch das war pures Glück, nur 40 Autominuten von uns entfernt! Es sollte also sein, yeah!)

Wie nicht anders zu erwarten waren wir ganz überwältigt beim Anblick der kleinen Kätzchen, die munter umhertollten und wie ihre Mutter strahlend blaue Augen hatten. 
Wir haben uns dann für die kleinste Katze im Wurf entschieden, einfach aus dem Grund, weil sie laut Züchterin, die Liebste von allen war und  im Gegensatz zu ihrer Schwester, nicht so viel Unsinn anstellte ( na ja... ;-))

Nun ist Leni noch nicht ganz fertig gezeichnet, denn als echte Chocolatepoint bekommt sie eine Maske um die Augen und die Pfötchen werden ebenfalls etwas dunkler.
Sie hat das Potenzial eine richtige Schönheit zu werden. Es war für uns zwar  nicht ausschlaggebend, aber ihr Vater war immerhin World Champion und das ist bei den Colourpoints eine seltene Auszeichnung.



 Ihr Schwanz erinnert mich ein bisschen an einen Waschbären :-)



Wir haben in den vergangen Wochen einige Fotos gemacht, aber die besten Bilder  lassen sich draußen bei Sonnenschein knipsen.
Gestern habe ich Leni unseren Balkon gezeigt und dabei versucht sie zu einer hübschen Pose zu überreden.
Leider hatte Madam keine Lust dazu. Die meiste Zeit hielt sie ihre Augen geschlossen und wenn sie mir nicht gerade demonstrativ den Rücken zu gedreht hatte, kauerte sie gelangweilt auf dem Stuhl herum.
Kurz gesagt, sie wollte mal wieder nicht so wie ich wollte und es war Schwerstarbeit, mit dem Federbüschel vor ihre Nase herum zu wedeln, ihr mit dem Regenschirm die Sonne aus dem Gesicht zuhalten und zusätzlich komische Geräusche von mir zu geben, um zumindest kurzweilig ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Die ganze Zeit habe ich gehofft, dass jemand rein zufällig zur Tür reinkommen würde. Denn dann  hätte Leni prompt die Ohren gespitzt, um nachzusehen wer da ist.
Aber selbstverständlich  hat sich niemand die Mühe gemacht herauszufinden, wo die Katze so lange steckt und  ich musste mich weiter mit ihr rumärgern.

Na ja... zwischenzeitlich viel mein Blick  auf die schönen Rosen und das Kissen. Das heiterte mich etwas auf und wenn mein Finger schnell genug auf den Auslöser drückte, kam auch mal ein Bild von Leni zustande auf dem sie nicht aussah wie ein garstiger Gollum.


        Zuletzt wollte sie mir mit ihrer "Riesenpranke"  sogar die Kamera aus der Hand schlagen. 
              Es war also an der Zeit Leni zu entlassen und die Schnappschüsse auszuwerten.
Zu meiner Überraschung waren doch ein paar nette Fotos dabei, die ich euch hiermit gezeigt habe. :-)



 Seid lieb gegrüßt
 Christina



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