Samstag, 4. August 2012

Meine erste Seife



Mein Seifenworkshop liegt nun fast eine Woche zurück und seitdem hat meine erste selbstgemachte Seife  Zeit zum ruhen gehabt.
 Sie ist nicht perfekt geworden. Ein wenig runzelig sieht sie aus und nachdem ich sie am Montag aus  ihrer Form geholt habe, um sie versuchsweise in gleichmäßige Stücke zu schneiden, hat sie ein paar Fingerabdrücke abbekommen und sieht nun stellenweise eindeutig angeseift aus.
Sie war noch etwas zu weich und zu feucht um geschnitten zu werden ( denke ich mal...), aber es bleibt immer noch die Möglichkeit, die unschönen Ränder zu beseitigen.

 Der Seifenworkshop hat mir dennoch viel Spaß gemacht. Ich bin ja mit der Erwartung dorthin gegangen, dass die Lauge spritzt und ätzt, die angerührte Seifenmasse im Topf kleben bleibt und ich mich beim auswiegen der Öle und Fette nicht gerade geschickt anstelle.
Aber  hingegen meiner Befürchtungen ist alles  gut gegangen.
 Die Lauge hat nicht gespitzt, die Seifenmasse dickte langsam an und die Fette habe ich fast immer Grammgenau abwiegen können.

 Nur einmal ist mir ein kleines  Missgeschick unterlaufen. Da habe ich versucht das hartnäckige Palmöl  (das nicht flüssig sondern fest ist) mit einem Löffel aus der Schale zu kratzen und dabei sind ein paar Bröckchen im hohen Bogen durch die Seifenküche geflogen.
 Insgeheim wusste ich natürlich, dass mir an diesem Tag irgendetwas passieren würde, das mich als Tollpatsch enttarnen würde, aber nachdem ich einmal ins Fettnäpfchen getreten war, konnte ich wesentlich entspannter weiterarbeiten.
Ich war schier erleichtert, dass es nur das Fett und nicht die Lauge war, die meinen beiden anderen Kursteilnehmerinnen um die Ohren geflogen ist ;-)

Vor dem Seifenkurs hatte ich mir einige Tage Gedanken gemacht wie meine Seife aussehen sollte. Ich war mir weder bei der Farbe noch beim Geruch einig.
Schließlich wollte ich mich in Sarahs Seifenküche einfach überraschen lassen und habe mal hier und mal da an einem Parfümflächen gerochen.
Entschieden habe ich mich dann für einen  Erdbeer- Rhabarber  Duft und dazu passend für eine rosa/ weiße Färbung. Außerdem sollte eine Goldader, die beiden Farben trennen ( die gefällt mir besonders, auch wenn man sie nur schwach wahrnimmt).

Als die Seife fertig gegossen war, konnte man noch nicht viel erkennen.  Die obere Hälfte, die in  der Seifenform gerade noch sichtbar war, schien mehr aprikot als rosa zu sein und erinnerte mich an die Farbe eines ausgelutschten Kaugummis. Außerdem konnte ich mir  nur schwer vorstellen, dass die untere Hälfte der Seifenmasse, die beim gießen noch gelb wie Vanillepudding war, am nächsten Tag weiß sein würde.

 Da die Seife aber 24 Stunden in ihrer Form "schlafen"  sollte und zu diesem Zweck in ein Handtuch gewickelt werden musste, konnte ich diesem spannenden Prozess leider nicht folgen  ( ich hätte ansonsten die ganze Nacht davor gehockt, um zu sehen ob sich etwas  verändert ;-).

  Wir haben den Kurs gegen  Ende des Tages mit genauso großer Spannung verlassen wie wir ihn begonnen hatten.  Mit unseren Seifenformen in der Hand und einem Grinsen im Gesicht haben wir uns verabschiedet, wohl wissend, dass wir erst am  folgenden Tag, etwa um die selbe Zeit, wissen würden, ob unsere Seifen gelungen waren.

Ich habe den restlichen Abend noch in Linz verbracht, um mir die schöne Stadt ein wenig genauer anzusehen, aber dann hieß es auch für mich, nichts wie ab nach Hause, um der Seife einen erholsamen Schlaf zu gönnen.



Am nächsten Morgen war ich so neugierig, dass ich unter das Handtuch blicken musste. Ich wollte  wissen, ob meiner Seife der Schönheitschaf bekommen war. Doch ich wurde prompt enttäuscht, denn sie hatte immer noch die Farbe eines ausgelutschten Kaugummis.
Als ich das Handtuch gerade wieder drüber schlagen wollte, um mein fehlgeschlagenes Experiment zu verstecken, kam meine Mutter angewuselt, die auch einen Blick auf die Seife werfen wollte.
Da sie die Seife am Vorabend weder gesehen noch gerochen hatte, wusste sie nicht, was sie erwarten würde.
 Zuerst lächelte sie und fragte mich wie es gelaufen sei, aber kurz darauf dann rümpfte sie die Nase.
 Ihr Kommentar war so schmeichelhaft wie ehrlich: "Die Seife stinkt."

Meine Mutter hat einen enorm guten Geruchssinn und ihr stinkt fast alles was andere nur schwach oder gar nicht wahrnehmen. Deswegen war ich auch ein wenig beleidigt über ihr Urteil und wollte ihr zuerst gar nicht erzählen wie es gelaufen war.
Da ich aber alles andere als nachtragend bin und viel zu erzählen hatte, berichtete ich ihr beim Frühstück alles was ich am Vortag gelernt hatte und auch, dass ich mich durch ihren Kommentar keineswegs entmutigen lassen würde und mit dem Seifengießen auf jeden Fall weiter machen möchte :-)
 Darüber hat sie sich auch gefreut und mir gleich Hilfe beim auswählen der Düfte angeboten ;-)

Soweit sind wir in dieser Woche auch schon gekommen. Wir haben Düfte ausgesucht und noch ein paar Sachen besorgt, die ich zum Seifensieden brauche.

Ich denke, in den nächsten Tagen kann es mit der zweiten Seife weiter gehen!

Liebe Grüße
Christina


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